Aufstieg in die Bezirksliga Trier

Ein erster sportlicher Höhepunkt in der Vereinsgeschichte ist zweifellos der Aufsteig in die Bezirksliga Trier.

 

Hier noch einmal kurz, wie es dazu kam:

 

Seit der Spielzeit 1959/60 spielte des TuS mehrere Jahre in der A-Klasse Daun. Zu Beginn der Saison 1963/64 wurde die A-Klasse "Eifel" neu geschaffen, um der Leistungsstärke der A-Klassen der verschiedenen Kreise besser Rechnung zu tragen und diese gleichzeitig nicht zu groß werden zu lassen.

 

Der neuen A-Klasse "Eifel" gehörten automatisch die ersten vier Mannschaften der A-Klassen Daun und Bitburg und die ersten drei Mannschaften der A-Klasse Prüm an. Der 4. der A-Klasse Prüm (Lasel), der 5. der A-Klasse Bitburg (Oberweis) und der 5. der A-Klasse Daun (Berndorf) mussten um die Aufnahme in diese neue Klasse kämpfen. Das erste Spiel gegen Oberweis gewinnt Berndorf 2:0, der SV Lasel, der das Spiel beobachtete, verzichtet daraufhin. Gegen die für Lasel nachrückenden Birresborner spielt man in Gerolstein 6:1 und damit in der neuen A-Klasse "Eifel", deren erste Spielzeit mit einem guten 5. Platz endet.

 

Auch in den kommenden Jahren hält sich der TuS ohne Mühe in dieser für ihn bis dahin höchsten Spielklasse mit einem 3. Platz (64/65), einem 5. Platz (65/66) und einem 2. Platz (66/67). Nun sollte der Aufstieg in die Bezirksliga in Angriff genommen werden. Stärkster Konkurrent war der SV Pelm, und der Tabellenstand vor dem entscheidenden Spiel gegen Pelm war folgender:

 

1. Berndorf                         67 : 35 Tore   31 : 11 Punkte

2. Pelm                              59 : 36 Tore   30 : 12 Punkte

 

Der Vorsprung war denkbar knapp, der TuS brauchte mindestens ein Unentschieden, sonst war der Aufstieg verpatzt. Alles hing also von diesem letzten Spiel ab, das wussten Mannschaft und Zuschauer, die zahlreich wie nie (ca. 300 !) zum Wehrholz pilgerten. Sie wurden nicht enttäuscht, denn sie sahen eine spannende und temperamentvolle Begegnung, die bis zum Schluss offen war. Am Montag, den 27.05.1968 ist im Trierischen Volksfreund zu lesen:

 

"Zum entscheidenden Spiel zwischen Berndorf und Pelm um die Meisterschaft waren mehr als 300 Zuschauer gekommen, die ein temperamentvolles Spiel und einen knappen Sieg der Berndorfer sahen. In der 24. Minute konnte Berndorf zum 1:0 durch einen Bombenschuß einschießen, und erst 4 Minuten vor der Halbzeit gelang den Gästen der Ausgleich. Im 2. Spielabschnitt verlief das Spiel ausgeglichen, und beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Erst vier Minuten vor Schluss sicherten sich die Platzherren durch ihren zweiten Treffer Sieg und Meistertitel".

 

In Berndorf war die Freude unbeschreiblich. In einem Autokorso fuhren Spieler und Anhänger hupend und fahnenschwingend durchs Dorf und ließen sich feiern. Anschließend flossen Bier und Wein in Strömen...

 

Kurz darauf begannen die Vorbereitungen für die neue, schwere Saison. Als Neuling aus der Nordeifel traf man auf die starken Mannschaften der Südeifel und der Mosel, was allein schon 1.400 km Anreise zu den Auswärtsspielen bedeutete. Trotzdem ging man guten Mutes in das erste Spiel gegen den SV Wallenborn am 18.08.1968:

 

 "Bereits nach 10 Minuten Spielzeit hieß es 1:0 und bereits 5 Minute später wurde das 2:0 erzielt. In der 30. Minute schafften die Platzherren sogar das 3:0 und wenn nicht weitere klare Torchancen in der Hast vergeben worden wären, hätte das Ergebnis bis zur Halbzeit noch höher ausfallen können. Bei Wiederbeginn ließen die Platzherren allerdings ziemliche Schwächen erkennen und die Gäste waren jetzt eindeutig besser. Nach drei Minuten Spielzeit in der zweiten Halbzeit kam Wallenborn zum Anschlusstreffer. Aber bis zur 80. Minute konnten die Platzherren ihren 3:1-Vorsprung behaupten, obwohl die Gäste gute Möglichkeiten hatten, das Ergebnis zu korrigieren. Erst in den letzten 10 Minuten kamen dann die Gäste noch dreimal zu Torehren und schafften damit einen knappen 3:4 Erfolg. Der Neuling geriet in den letzten Minuten ziemlich aus dem Konzept, so dass die Niederlage verständlich wird" (Trierischer Volksfreund v. 19.08.1968).

 

Die nächsten 5 Spiele verliefen ähnlich, Berndorf spielte stark, verlor aber unglücklich. Erst im 6. Spiel (27.10.1968) gegen Tawern kam die Wende: "Für eine Überraschung sorgte diesmal der Neuling aus Berndorf, der in Tawern mit 2:3 zu einem doppelten Punktgewinn und damit zum ersten Sieg überhaupt kam."

 

Doch schon am 15.12.1968 schreibt der TV: "Tabellenletzter Berndorf in akuter Gefahr". Von den nächsten 12 Spielen gewannen die Berndorfer 6, spielten dreimal unentschieden und verloren 3, schossen dabei 31 Tore und kassierten 24.

 

Am 04.05.1968 kann der TV noch schreiben. "Seine Erfolgsserie der letzten Spiele setzte Berndorf auch gegen Mertesdorf fort. Die Elf konnte sich dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit 4:2 Sieg und Punkte sichern und hat nunmehr noch berechtigte Hoffnung auf den Klassenerhalt".


Doch zwei Wochen später heißt es: "Nun sind die Würfel gefallen. Die drei Absteiger stehen fest: Wallenborn, Berndorf, Pünderich".


(Alle Ergebnisse der Bezirksligasaison inkl. kurzem Zeitungskommentar finden sich in der Chronik zum 40-jährigen Bestehen (vgl. S. 115 - 120).

 

Eine nachträgliche Analyse der Saison in dieser bisher höchsten Spielklasse würde an dieser Stelle zu weit führen, sicher ist allerdings, dass der Klassenerhalt schon in den ersten Spielen gefährdet wurde. Mit der Leistung in der Rückrunde hätte der TuS Berndorf sicherlich die Klasse halten können.

 

Sicher ist aber auch, dass die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit angekommen war. Eine weitere Steigerung in fußballerischer Hinsicht schien - zumindestens mit eigenen Kräften - nicht möglich. Schon vor dem Aufstieg in die Bezirksliga war vereinsintern heftig diskutiert worden. Sollte man nicht auf den Aufstieg verzichten und die Position in der A-Klasse "Eifel" festigen, anstatt sein Glück in der höheren und gefährlicheren Bezirksliga zu suchen? Doch wer will es einer Mannschaft verdenken, die so hart um diesen Aufstieg gekämpft hatte, dass sie die Entscheidung auf dem Fußballplatz und nicht am grünen Tisch sucht.

 

Festzuhalten bleibt, dass der kleine TuS Berndorf die Sensation geschafft hatte, ein Jahr lang im Konzert der großen Vereine des Regierungsbezirkes Trier mitzuspielen. Nicht nur die Berndorfer, auch viele Fußballbegeisterte aus der Umgebung identifizierten sich in dieser Zeit mit dem kleinen Verein, der Berndorf und den Eifeler Fußball weit über die Grenzen der Eifel bekannt gemacht hatte.