Wenn auch hinsichtlich Ausstattung, finanzieller Verhältnisse und äußerer Bedingungen beim jungen TuS Berndorf noch einiges im argen liegt, so muss doch festgestellt werden, dass in sportlicher Hinsicht alles in Ordnung ist. Die Spieler sind mit Begeisterung bei der Sache und verzeichnen trotz widriger Bedingungen und knapper Personaldecke rasch sportliche Erfolge. Zu dieser Zeit gab es natürlich nicht so viele Vereine (36 im Kreis Daun), die um Aufstieg und Klassenerhalt kämpften, trotzdem bekam man nichts geschenkt, und die Namen der damaligen Gegner beweisen die Spielstärke der jungen Mannschaft.

 

Im Kreis Daun wird in dieser Zeit Fußball in den Klassen A und B gespielt, die Einstiegsklasse für den TuS ist also die B-Klasse. Schon in der Spielzeit 1953/54 ist der TuS Berndorf Tabellenerster und steigt in die A-Klasse auf. Der aus der 2. Amateurliga abgestiegene SV Daun wird Herbstmeister in diesem Jahr.

 

Der Trierische Volksfreund bemerkt dazu: "Die Neulinge Mehren und Berndorf fanden sich auch in der höheren Klasse zurecht und werden, nachdem dieselben die nötigen Erfahrungen gesammelt haben, auch weiterhin in der A-Klasse Schritt halten können".

 

Neben dem sicherlich vorhandenen Können spielten die gute Kameradschaft und eiserne Disziplin eine entscheidende Rolle beim Aufstieg des TuS Berndorf. Die Mannschaftsaufstellung nach dem damals üblichen 2-3-5 System verrät kompromißlosen Offensivfußball. In der Regel kam man mit zwei Verteidigern aus, denen gelegentlich die Läufer etwas unter die Arme griffen, während sich im Sturm fünf Angreifer bemühten, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen.

 

Das es bei allem Offensivdrang doch fair und sportlich zuging, beweist die Tatsache, dass der TuS in den Spielzeiten 1953/54 und 1954/55 jeweils Fairnessmeister seiner Klasse war!

 

In der Saison 55/56 steigt der TuS allerdings wieder in die B-Klasse ab, in der er bis 59/60 spielt.

 

Mit welchem Enthusiasmus die Spieler bei der Sache waren, beweist der Brief- und Postkartenwechsel zwischen zweien von ihnen. Während der eine weit weg in der Ausbildung steckte, durfte der andere Sonntag für Sonntag Fußball spielen. Damit der Freund wenigstens ein wenig teilhaben konnte, bekam er eine Postkarte mit Spielverlauf, Ergebnis, Torschützen etc.. Gelegentlich lagen die Mannschaftsaufstellung und der Zeitungsbericht vom Montag bei.

 

Die äußerst dünne Spielerdecke brachte die Verantwortlichen oft in arge Verlegenheit, dann mussten Jugendspieler mit dem Paß eines älteren Spielers auflaufen. Einmal wurde sogar ein irischer Jugendnationalspieler, der in Berndorf einen Brieffreund besuchte, eingesetzt. Im Spiel fiel dieser weniger durch sein Können als vielmehr dadurch auf, dass er - aus verständlichen Gründen - kein Wort sprach!

 

Etwas besser wird die Situation, als am 01.01.1956 gleich 11 Berndorfer Jugendliche dem Verein beitreten. Nun geht es sportlich bergauf und bald sollte der kleine TuS Berndorf auch überregional von sich reden machen.